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Svea Bernsdottir
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Der
Tag neigt sich langsam seinem Ende entgegen, die Männer gehen ihren
Arbeiten nach, während wir Frauen das Essen zubereiten. „Mist,
verflixter, jetzt hab ich mir die Grütze aufs Kleid geschüttet!“ Ein
mildes Lächeln zeigt sich auf Siljas und Lanes Gesicht: „Na, Svea
Schmuddeljoppe, mal wieder gekleckert?“ Ja, ja diesen Beinamen werde ich
wohl nie wieder los, nachdem ich mir einmal meine drei Gewänder innerhalb
von 2 Tagen eingesaut hatte. Ich überlasse den anderen das weitere
Zubereiten des Essens, damit auch noch was zum Essen übrig bleibt und
wasche mein Kleid am nahegelegenen Bach aus. Am
Wasser bin ich auch groß geworden, auf dem Hof von Großbauer Nordolf
Snorrison bei Lindholm am Limfjord. Dort lebte ich mit meinen Eltern Bern
und Thorhild und meinen Brüdern Bjørn und Bjarne. Mein Vater und Bjørn
waren Waffengefährten von Nordolf und fuhren im Sommer mit ihm auf seinem
Langschiff zur See. Während der Wintermonate lauschte ich wehmütig ihren
aufregenden
Geschichten, die sie in fernen Ländern auf ihren Handels- und
Kaperfahrten erlebt hatten. Sie brachten fremde Schmuckstücke und
manchmal auch fremdländische Sklaven mit. Einmal brachte mein großer
Bruder einen Freund mit, den er in Haithabu kennen gelernt hatte –
Arnulf. |
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Einen
netten, ruhigen Kerl, das ganze Gegenteil von Erik, dem Sohn unseres
Nachbarn Thorhall. Unsere Väter hatten vor langer Zeit unsere Hochzeit
beschlossen und nur meine Mutter wusste, wie unglücklich ich mit dieser
Entscheidung war. Erik
war zwar ein guter Bauer, aber von seiner Art her jähzornig und
aufbrausend. Es ging das Gerücht, er habe einen Sklaven erschlagen, nur
weil dieser auf den Schatten seines Herrn getreten war. Arnulf
warb im zweiten Winter, den er bei uns verbrachte, bei meinem Vater um
meine Hand, aber mein Vater und ich waren entgegengesetzter Meinung und er
schlug Arnulf die Bitte barsch ab. Er hatte für mich eine bessere
Verbindung ausgehandelt und wollte sich dies nicht verderben lassen. Ich
sollte mit Erik einen eigenen Hof am Limfjord bewirtschaften und nicht mit
einem landlosen Kämpfer verheiratet werden, obwohl sein Anteil an der
Silberbeute nicht unbedeutend war. Aber
in meiner Mutter hatte ich eine Verbündete, welche die Hochzeit mit Erik
schier endlos hinauszögerte. Sie wolle meine hausfraulichen Fähigkeiten
noch vervollkommnen, allein das Brettchenweben wollte mir nicht recht
gelingen, bevor ich als Hausherrin allein über all diese Dinge
entscheiden müsse.
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Nachdem
auch mein großer Bruder Bjørn sich weitere Schwierigkeiten mit unserem
Vater eingehandelt hatte, als er die slawische Sklavin Silja von einem
Strandhieb mit nach Hause brachte und sie zum Weibe nehmen wollte,
beschlossen wir Vier, unser Glück woanders zu suchen.
„Na,
ist dein Kleid immer noch nicht sauber?“ ertönt die Stimme von Thoralf
neben mir. Er füllt die Leineneimer mit Wasser, die Lane ihm energisch in
die Hand gedrückt hat. Als wir ins Lager zurückkommen, sitzt mein Bruder
mit wichtiger
Miene etwas abseits und poliert mit großem Ernst seinen verbeulten Helm.
„Hey Bjørn, drückst du dich schon wieder vorm Kochen und lässt Silja
die Arbeit alleine machen?“ Ein gebrummeltes „Fass dir an die eigene
Nase!“ ist die einzige Reaktion. |
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Als
wir Vier vor vier Jahren unbehelligt den Hof am Limfjord verließen,
brachte uns eine Knorre nach Haithabu, wo wir bei Arnulfs Vaterbrüdern
Unterschlupf fanden. Den Winter verbrachten wir in Haithabu. Da
wir aber eine Begegnung mit Nordolfs Langschiff vermeiden wollten,
schlossen wir uns im Frühjahr einem Tross an, mit dem wir seitdem durch
die Lande ziehen. Inzwischen
haben sich alle um das Feuer versammelt und genießen den Duft, der aus
den zwei großen Töpfen emporsteigt. Mit
einem guten Essen und einem noch besseren Met.
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