Die Waffen

Die Waffen der Wikinger waren verhältnismäßig einfach. Meist wurden sie auch im Haushalt genutzt, wie z.B. die Axt, der Speer, der Bogen und das Sax, ein einschneidiges Haumesser. Einzig das Schwert war nur für den Kampf gemacht.

 

Zu den Saxen

Wie der Name andeutet, ist die Herkunft dieses Haumessers im Sächsischen zu suchen. Die Wikinger haben es vermutlich übernommen.

Beim Sax handelt es sich um ein einschneidiges Messer, das in Längen von 7,5 bis 75 cm gefunden wurde. Saxklingen verliefen gerade und waren nur einseitig geschliffen, der Rücken war sehr breit und die Klingen oftmals sehr schwer. Das nach seinem ursprünglichen Entwickler, dem Volk der Saxen, benannte Messer rundete sich nach vorn zur Schneide hin ab und verfügte über eine Spitze, die auch den Einsatz als Stichwaffe wie beim Speer zuließ. Die skandinavischen Funde zeigen einen nach unten geschwungenen Klingenrücken.

Zu den Äxten

Da die Axt in den nordischen Ländern in jedem Haushalt verfügbar war, stellte sie eine gebräuchliche Waffe der Wikinger dar. Die Äxte verfügten über einen zwischen 60 und 90 cm langen Stiel und eine Schneide mit 7,5 - 15 cm Klingenlänge.

Erst später verbreitete sich die Langaxt oder auch "Dänenaxt". An einem 1,2 - 1,7 Meter langen Stiel befand sich hierbei ein großes, schweres Axtblatt mit 22 - 45 cm langer, halbmondförmiger Schneide. Mit ihr war es problemlos möglich, durch Schwingen auch Reiter vom Pferd zu schlagen oder Schilde zu zertrümmern. Mit der Spitze des Axtblattes konnten aber auch Stichwunden zugefügt werden oder durch Einhaken und Ziehen eine Lücke in den gegnerischen Schildwall gerissen werden.

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Zu den Speeren

Es gilt als ziemlich wahrscheinlich, daß der Speer die Hauptwaffe im Kampf darstellte. Nicht zuletzt, weil Speerspitzen, für die man nur wenig Eisen benötigt, billig, einfach zu schmieden und in großer Zahl erhältlich waren. Speere waren vielseitig verwendbar und verschiedene Arten müssen unterschieden werden.

Leichte Wurfspeere wurden zu mehreren mit geführt und als Fernwaffe verwendet.

Schwere Stoßspeere oder Lanzen waren Nahkampfwaffen, die ein- oder beidhändig geführt wurden. Mit ihnen konnte aber nicht nur gestochen werden, sondern mit den scharfen Klingen der Spitzen auch geschnitten, mit dem Schaft geschlagen und Hiebe des Gegners geblockt werden. Mit der sogenannten Flügellanze, bei der sich unterhalb der Spitze zwei seitliche Haken befinden, war es möglich, hinter Schildränder zu fassen und den Schild beiseite zu ziehen. Aber auch das Haken von Körperteilen mit den Flügeln ist möglich.

Die Schaftlänge der Lanzen lag bei 1,5 bis 3 Metern, von denen die Spitze 20 - 60 cm ausmachte. Der Schaft bestand aus bis zu 3 cm starkem Eschenholz. Die Spitzen wurden mittels einer Tülle auf den Schaft aufgebracht, die dann in die jeweilige Spitzenform, sei sie lang und schmal, kurz, blattförmig, dreikantig, flach oder rund, auslief.

Geführt wurden Einhandspeere wahrscheinlich über Kopfhöhe, was neben Stichen in Kopf- und Oberkörperrichtung auch ein schnelles Werfen ohne Umgreifen ermöglichte.

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Zu den Schwertern

Die zweischneidigen Wikingerschwerter verfügten über eine 70 bis 80 cm lange und 5 bis 6 cm breite Klinge. Der Griff war zwischen 8 und 10 cm lang, so daß sich eine Gesamtlänge von weniger als einem Meter ergibt. Eine kurze Parierstange schützte die Hand vor abrutschenden Schlägen und hinderte sie gleichzeitig daran, auf die Klinge zu rutschen. Am unteren Ende des Griffes befand sich ein schwerer Knauf, der als Gegengewicht zur Klinge diente und eine Kopflastigkeit verhinderte.

Die Schwertscheiden bestanden aus lederumwickeltem Holz, das zum Schutz der Klinge noch innen gefettet wurde. Getragen wurden die Schwerter an einem Schwertgehänge über die Schulter, in den späteren Jahren dann auch direkt am Gürtel.

Geführt wurde das Schwert meistens einhändig, dazu in der anderen Hand ein Schild oder ein Sax. Beim Schlagen wurde es vermutlich vermieden, die Klingen zu kreuzen, um ein Brechen der nach heutigen Standards doch recht spröden Klingen zu vermeiden. Im Kampf versuchte man deshalb, Schläge auf ungeschützte Körperteile zu landen, die der Gegner nicht blocken konnte.

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