| Zu den Rüstungen Als erster Typ wird einem das Kettenhemd einfallen, welches auch unter der
Bezeichnung Brünne bekannt war. Zu Beginn der Wikingerzeit im 8. Jahrhundert waren sie
etwa hüftlang und verfügten über kurze Ärmel. Bis zum Ende der Wikingerzeit im 11.
Jahrhundert nahmen die Kettenhemden jedoch an Länge zu. Auch bekamen die ursprünglich
T-Shirt-förmigen Kettenhemden in späteren Zeitabschnitten angesetzte Kapuzen und, unter
der Brust angebracht, zusätzliche Kettenquadrate, die nach oben geschlagen und über
Lederriemen oder Haken befestigt einen Gesichtsschutz darstellten. Je nach Ringgröße und
Länge des Hemdes konnte dieses aus ca. 20.000 - 36.000 Ringen bestehen. Das Gewicht eines
knielangen, langärmligen Kettenhemdes betrug ca. 18 kg. Die Bauzeit eines Kettenhemdes
konnte bis zu einem Jahr betragen, so daß nur wohlhabendere Krieger sich eines leisten
konnten.
Unter dem Kettenhemd oder auch
als eigenständige Rüstung wurde das aus Leder, Wolle oder Leinen gefertigte Polsterwams
getragen, bei dem zwischen zwei Lagen Gewebe Füllmaterial, wie zum Beispiel ungesponnene
Wolle, Haare oder ähnliches, eingearbeitet wurde. Das Füllmaterial wurde zwischen den
Stofflagen durch Steppen fixiert. Das Polsterwams sollte die Wucht der auftreffenden
Schläge abfangen und verhindern, daß Teile des Kettenhemdes durch den Aufprall ins
Fleisch getrieben wurden. Wenn das Außenmaterial Leder war, stellte es auch einen guten
Schutz gegen Schnitte dar.
Ein weiteres Rüstungsteil waren
Arm- und Beinschienen, bei denen unterschiedlich lange, an den oberen Enden abgerundete
und etwa 1,5 cm breite Stahlschienen auf Leder aufgebracht wurden, und die mit Schnallen
am Unterarm oder Bein befestigt werden konnten.

Zu den Helmen
Ein Helmtyp bestand aus einem
Stirnreif von dem aus vorn, hinten und an den Seiten je ein halbrundes Band nach oben zur
Mitte laufen und so eine Halbkugel formen, die durch eine Scheitelscheibe mit aufgesetztem
Dorn abgeschlossen wird. Mit den Bändern werden die dreieckigen Füllungen
zusammengehalten. Vorn am Helm befindet sich eine brillenartige Schutzplatte für Augen
und Nase mit stählernen Augenbrauen und der hintere Teil des Helmes war mit
Kettengeflecht zum Schutz des Nackens versehen. Alle Helmteile wurden miteinander
vernietet.
Ebenfalls zur Zeit der Wikinger
muss der Spangenhelm gezählt werden, der spitz zuläuft und anstatt der Brille über ein
gerades Nasal zum Schutz des Gesichts verfügt. Er verfügt über einen Stirnreif, von dem
aus vier oder mehr Spangen spitz nach oben zur Mitte zuliefen. Die Zwischenräume wurden
mit dreieckigen Füllungen aus Stahlplatten oder auch starkem Leder, manchmal sogar Horn
ausgefüllt. Alle Helmteile einschließlich des Nasals wurden zusammengenietet.
Dem Spangenhelm folgte in der
Entwicklung kurze Zeit später der konische Helm, der aus einem Stück Eisen getrieben
wurde. Er verfügen über ein Nasal, bisweilen in Kreuzform aufgenietet.. Das Innenleben
des Helmes ist wahrscheinlich aus Leder und wurde eingenietet. Sowohl ein Kinnriemen als
auch ein lederner Innenhelm befand erlaubten ein bequemes Tragen.

Eventuell trug man aber auch
spezielle gepolsterte Hauben, um einen guten und bequemen Sitz zu erreichen.
Wer keinen Helm besaß, trug zum
Schutz des Kopfes wahrscheinlich Kappen aus dickem Leder oder Pelz.
Wichtig ist, noch zu sagen, dass
die Wikinger KEINE Hörner am Helm trugen.
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